Zinseszins – Das perfekte Verbrechen

Zinseszins
Das perfekte Verbrechen
Video von Harald Lesch

Allgemein

Zinseszins ist im Finanzwesen ein fälliger Zins, der dem Kapital hinzugefügt und künftig zum geltenden Zinssatz zusammen mit dem Kapital verzinst wird.

Geschichte

Religiöse oder weltliche Vorschriften befassten sich in der Vergangenheit häufig mit Zinsverboten oder dem Verbot von Zinseszinsen. Begründet wird das Verbot von Zinseszinsen damit, dass der Schuldner durch die Zinslast nicht erdrückt werden soll. Der Zinseszins ist so alt wie der Zins, von dem er abhängt. Um 2400 vor Christus dürfte bei den Sumerern der älteste Zinsbegriff entstanden sein. Damit deutet dieser Zinsbegriff auf den Naturallohn hin. Auch der Zinseszins hat hier seinen Ursprung. Als Entlastung für das zinseszinsbedingte Anwachsen der Schulden ermöglichten die Sumerer unter ihrem König En-metena um 2402 v. Chr. einen Schuldenerlass. Im Codex Hammurapi aus 1755/1754 vor Christus durfte Zinseszins berechnet werden, wenn der fällige und nicht bezahlte Zins getrennt vom Kapital blieb und transparent für den Schuldner vom Gläubiger verzinst wurde, um so vor der unpünktlichen Zahlungsmoral des Schuldners geschützt zu sein.

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